17. Oktober 2026
Führe mich vom Unwirklichen zum Wirklichen, aus der Dunkelheit zum Licht, vom Tod zur Unsterblichkeit.

Brihadaranyaka-Upanishad 1.3.28
Diese drei Bitten gehören zu den ältesten überlieferten Gebeten der Menschheit. Sie stammen aus einer der frühesten Upanishaden, jener philosophischen Texte Indiens, deren Kern meist auf das erste Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung datiert wird. Bis heute werden die Verse in Indien gesprochen, oft zu Beginn eines Unterrichts oder einer Zeremonie.
Bemerkenswert ist ihre Bewegung: Sie verlangen nicht, dass die Dunkelheit verschwindet, sondern bitten um Führung durch sie hindurch. Wer einmal in einer schweren Zeit gesteckt hat, kennt den Unterschied. Es geht nicht darum, das Dunkle zu leugnen, sondern darum, die Richtung zum Licht nicht zu verlieren.