17. Oktober 2026
Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.

Friedrich Hölderlin, Patmos (1803)
Diese Zeilen stehen ganz am Anfang von Hölderlins großem Gedicht „Patmos“, das er 1803 vollendete. Sie gehören zu den bekanntesten Versen der deutschen Dichtung und werden in Zeiten der Krise immer wieder zitiert.
Das Bild ist ein pflanzliches: Das Rettende wächst. Es wird nicht von außen gebracht, es entsteht, oft unscheinbar und gerade dort, wo der Boden am härtesten scheint, wie ein Keimling in einem Felsspalt. Hölderlin verspricht nicht, dass die Gefahr verschwindet. Er sagt nur, dass sie nie allein bleibt.